Lokalsport 18.10.2005 W&O
 
 
Junioren-Titel an Senn
Thaiboxen: Schweizermeisterschaften in Rorschach
 

Das Buchser Kampfküken Michelle Senn stieg an den Schweizermeisterschaften im Thaiboxen vom letzten Samstag in Rorschach erst zum zweiten Mal überhaupt in den Ring und holte sich sogleich den Junioren-Titel. Alle anderen Buchser Vertreter – Slavo Polugic, Carole Flury und Marco Staub – verloren ihre Kämpfe.

 

von Petra Eggenberger

«Michelle hat uns auf jeden Fall rausgerissen, und das im zarten Alter von 15 Jahren und an ihrem erst zweiten Kampftag überhaupt», zeigt sich der Buchser Thaiboxtrainer Rohy Batliwala begeistert von seinem Kampfküken, das sich neuerdings bereits Schweizer Junioren-Meisterin im Thaiboxen nennen darf. «Natürlich muss man dazu sagen, dass die Schweizer Frauenkampfwelt eher dünn besiedelt ist und es nur etwa vier bis fünf Kämpferinnen überhaupt gibt, die in Michelles Kampfgewicht in der Schweiz antreten, aber das soll den Erfolg nicht schmälern. Michelle hat riesengrosses Potenzial und, wenn sie hart weiterarbeitet, eine grosse Zukunft vor sich. «Michelle besitzt nicht nur ein lustiges und aufgestelltes Naturell, sondern hat sich gleichfalls dieser Herausforderung Schweizermeisterschaft sehr ruhig, entspannt und erstaunlich überlegen gezeigt», weist Batliwala darauf hin, dass Senn gegen Marion Williams aus Schaffhausen gar durch technischen K.o. (Gegnerin wurde vier Mal angezählt, so dass der Kampf abgebrochen werden musste) gewann.

 
Marco Staub mit Comeback
 

Marco Staub stieg nach einer schweren Verletzung – nach einem verlorenen Kampf in Bern wurde im Juni ein Jochbeinbruch am Kopf diagnostiziert – zum ersten Mal für einen Rahmenkampf wieder in den Ring, zog gegen einen Vertreter aus Thun jedoch den Kürzeren. «Das ist nicht weiter schlimm, viel wichtiger war, dass Marco überhaupt den Schritt zurück in den Ring gemacht hat. Er konnte so diesen Zwischenfall vergessen machen. Abgesehen davon hat er sich sehr gut gehalten», lobt Batliwala seinen ebenso erst 18-jährigen Schützling, der sich nun für das nächstjährige SM-Finale vorbereitet.

 
Flury und Polugic verlieren
 

Carole Flury verlor ihren 25. Kampf knapp durch ein 2:1-Richterurteil. «Die Gegnerin Rebecca Donnelly kam mit einigen Kilos Übergewicht, war somit also gut vier bis fünf Kilogramm schwerer als Carole. Dies hatte zur Folge, dass die Schläge härter in Caroles Richtung kamen als gewohnt sowie umgekehrt Donnelly mehr einstecken konnte, da sie sich härtere Schläge gewohnt ist», gibt Batliwala Aufschluss. «Nichtsdestotrotz war Donnelly unheimlich stark, viel stärker als wir sie eingeschätzt hatten. Carole kam damit also endlich wieder einmal zu einem richtigen Testkampf», weist Batliwala darauf hin, dass die Niederlage seines Aushängeschilds keinesfalls eine schlechte Sache war, sondern vielmehr der Kampf Flury viel einbrachte. «Ich sage immer, lieber gut verlieren anstatt schlecht gewinnen», so Batliwala über sein Motto. Auch Flury selbst zeigte sich nach dem Bruch ihrer vierjährigen Ungeschlagenheit keinesfalls enttäuscht: «Der Kampf war gut, das ist, was zählt. Abgesehen davon darf ich durchaus nach der langen Siegesserie wieder einmal verlieren.» Als nächstes steht für Flury nun die SM im Boxen vom 29./30. Oktober in Basel (Ausscheidung) und 5./6. November in Baden (Halbfinale und Finale) an.
Ähnlich ging es dem Buchser Slavo Polugic, der gegen den Amateur-Weltmeister Tefik Bajrami antrat. Auch er verlor durch ein 2:1-Richterurteil nur ganz knapp. Batliwala: «Slavo kämpfte in seinem erst fünften Kampf grossartig und dies gegen einen hochkarätigen Gegner, der schon 25 Kämpfe auf seinem Konto hat. Am Ende war die Niederlage schade, aber absolut akzeptabel.»

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