Lokalsport 02.11.2005 Tagblatt
 
«Publikum nicht enttäuschen»
 

Drei Thaiboxer vom Rorschacher Arena Thai Gym treten an der Fight Night in St. Gallen an

Kampfsport. Einmal im Jahr wird in St. Gallen Thaiboxen auf hohem Niveau geboten. Am Samstag werden in der alten Kreuzbleichehalle unter anderem zwei Profi-Kämpfe ausgetragen.

sabrina dünnenberger

Immer wieder kracht das Schienbein gegen den Sandsack. Der imaginäre Gegner zeigt keine Regung. Der junge Mann erhöht die Kadenz der Schläge, der Sandsack beginnt heftig hin- und herzuschwingen. Mittlerweile dreht er so grosse Runden, dass die zwei Männer, welche sich nebenan im Sparring üben, ausweichen müssen. Der Wecker klingelt, die Schüler halten inne. Ausatmen, die Muskeln lockern. Der Schweiss rinnt, die Temperatur im Rorschacher Gym steigt. Trainer Gianfranco Manzan gibt Anweisungen, hat daneben trotzdem Zeit zu erzählen. Von der Fight Night, von der Mühe, Jahr für Jahr Sponsoren zu finden und vom Thaiboxen, der harten Sportart, die schonungslos die Schwächen des Kämpfers aufdeckt. Manzan hat gemeinsam mit Rohy Batliwala die Thaibox-Galas in der Ostschweiz etabliert. Seit 1999 ist kein Jahr ohne Veranstaltungen in Buchs, St. Gallen und vor drei Wochen erstmals in Rorschacherberg vergangen. Vor eineinhalb Jahren haben sie die Ladies League ins Leben gerufen, vor einem Jahr den Super-League-Kämpfer und Weltmeister Thomas Hladky nach St. Gallen geholt und bieten zudem ihren eigenen Schülern vom Arena Thai Gym Rorschach und vom Wing Thai Gym Buchs die Möglichkeit, vor Heimpublikum anzutreten.

Titelkampf für Kosol

Drei Schützlinge von Manzan werden am Samstag ab 19.30 Uhr in der alten Kreuzbleichehalle in den Ring steigen. Sok Kosol trifft im Kampf um den vakanten WFC-Schweizer-Meistertitel bis 61,24 kg in der B-Klasse auf Jeton Zejna aus Thun. Der Halbprofi-Kampf dauert fünf mal zwei Minuten. Der 25-jährige Kosol aus Kronbühl schätzt seinen Gegner, 2003 Schweizer Meister im Thai- und Kickboxen, stark ein. «Ich will das Publikum nicht enttäuschen und werde darum alles geben, um zu gewinnen», sagt Kosol. An St. Gallen hat er gute Erinnerungen. Vor einem Jahr besiegte er in seinem ersten Halbprofi-Kampf an der Fight Night Arber Rama in der fünften Runde durch K.o.

Auch Sven Dobler, der am Samstag einen Prestige-Kampf in der Klasse bis 79,38 kg bestreiten wird, erinnert sich gerne an seinen letzten Auftritt in St. Gallen. Auch er hatte vor einem Jahr seinen ersten Vergleich in der B-Klasse bestritten und deutlich nach Punkten gesiegt. Im April dieses Jahres hat der Rorschacher in Buchs einen Kampf um den Schweizer-Meister-Titel bestritten, den Vergleich gegen Adrian Bächler jedoch verloren. Dobler, der von seinem Trainer als ruhig und besonnen beschrieben wird, bekommt es am Samstag mit Barzinje Nawshirwan zu tun, einem Schüler von Thomas Hladky.

Wie Dobler einen Prestige-Kampf bestreiten wird Simon Gjoni. Er hat vor drei Wochen in Rorschacherberg den Schweizer Meistertitel bis 61 kg bei den Amateuren gewonnen. «Gjoni ist ein grosses Talent», sagt Manzan über seinen Schüler, der erst seit Januar Thaiboxen betreibt. Der 19-Jährige freut sich, vor grossem Publikum aufzutreten. «Ich hoffe, es wird nicht nur für mich ein spezieller Kampf.»

«Männersache»

Höhepunkt des Abends werden die beiden Profi-Kämpfe um den WKN-Schweizer-Meister-Titel sein. In der Gewichtsklasse bis 71,58 kg trifft Muji Irjad auf Denis Mir, der Luzerner Stefan Baumann tritt in der Klasse bis 82,55 kg gegen Stephane Mbida an. Erstmals seit der Einführung der Ladies League wird kein Frauen-Kampf zu sehen sein. Lokalmatadorin und Aushängeschild Carole Flury bereitet sich momentan auf die Schweizer Meisterschaften im Boxen vor. «Die wenigen Schweizer Kämpferinnen, die es gibt, waren alle ausgebucht oder hatten keine Zeit», sagt Manzan. Anders als im vergangenen Jahr wurden auch keine Kämpfer aus dem Ausland eingeladen. Alle Athleten trainieren in Schweizer Klubs.
 

Copyright © St.Galler Tagblatt AG