sport  St.Gallen  Freitag 12. November 2004

Für Werte in den Ring

Drei Schüler von Gianfranco Manzan treten an der Thaibox-Gala an

boxen. Mit drei Kämpfern ist das Arena Thai Gym Rorschach an der Fight Night vertreten. Swen Dobler und Sok Kosol bestreiten am Samstag ihren ersten Halbprofi-Kampf.

sabrina dünnenberger

Im Rorschacher Gym wird gearbeitet, den Kämpfern werden nur kurze Pausen gegönnt. Und auch dann bleiben Anweisungen des Trainers nicht aus «Die Arme hoch, wie in den Kampfpausen», ruft Gianfranco Manzan. Dann holt er wieder einen seiner Schützlinge zum Sparringkampf in den Ring. Drei seiner Schüler werden morgen Abend in der alten Kreuzbleiche an der Fight Night antreten. Goekan Kara kämpft in der C-Klasse, Sok Kosol und Swen Dobler bestreiten Halbprofi-Kämpfe.

Kosol trifft in seinem ersten Kampf als Halbprofi auf einen starken Gegner. Arber Rama ist Schüler des mehrfachen Welt- und Europameisters Azem Maksutaj, der in Winterthur ein Gym besitzt. Kosol ist sich der Stärke seines Gegners bewusst: «Ich will einfach mein Bestes geben», sagt der 25-Jährige, der seit zwei Jahren Thaiboxen betreibt.

Wert auf Tradition

Manzan traut seinem Schüler einiges zu. «Sok hat Talent, seine Stärken liegen in den Kicks, in der Beinarbeit und im Mentalen.» Seit eineinhalb Monaten trainieren seine Schüler bis zu zweimal täglich, unter anderem mit einem Trainer aus Thailand. Für Kosol, dessen Wurzeln in Kambodscha liegen, ist Tradition wichtig. So zum Beispiel der Ram Muay, eine Art Meditation, die einem Tanz ähnelt, welche die Thaiboxer vor dem Kampf durchführen. «Es ist schade, dass diese Tradition immer mehr verschwindet», sagt er, der an der Fight Night im März dieses Jahres als einziger Kämpfer den Ram Muay aufführte. Der erste Kampf als Halbprofi bringt Kosol erstmals eine Gage ein. Wichtiger ist aber die Chance, einen Schritt näher an sein grosses Ziel zu kommen, «den Sprung in die Super League zu schaffen».

Vielseitigkeit weckt Interesse

Nicht von der Super League spricht der 23-jährige Swen Dobler. «Der Schweizer-Meister-Titel ist ein Ziel von mir», sagt Dobler, der in St. Gallen aufgewachsen ist und in Rorschach wohnt. Sieben Kämpfe hat er bestritten, drei davon gewonnen. Sein Gegner, Zoran Veselinovic vom Scorpion Gym Schaffhausen ist ein erfahrener Kämpfer, hat aber eine längere Pause hinter sich. Dobler trainiert seit fünf Jahren, hat die kulturelle Seite des Sports auch schon vor Ort kennen gelernt, ist in seinen Ferien nach Thailand gefahren. «Thaiboxen fasziniert mich, weil es vielseitig ist», sagt Dobler.

Titelkampf für Carole Flury

Höhepunkt der Fight Night in St. Gallen ist der Kampf um den vakanten WFC-WM-Titel. Der Luzerner Super-League- und K1-Kämpfer Thomas Hladky trifft dabei auf den 26-jährigen französischen Meister Rachid Azoughagh. Einen weiteren Titelkampf bestreitet die Buchserin Carole Flury. Die dreifache Schweizer Meisterin im Thaiboxen tritt gegen die zweifache französische Titelträgerin Natacha Jarry um den vakanten WFC-EM-Titel an. Flury hat im September die K-1-Premiere der Frauen in Basel für sich entschieden und ist Favoritin.

Die Fight Night in St. Gallen findet zum siebten Mal statt. Nachdem im März dieses Jahres erstmals Ladies-League-Kämpfe durchgeführt wurden, stehen auch dieses Mal zwei auf dem Programm. Die Thaibox-Gala beginnt morgen Samstag um 20 Uhr in der alten Kreuzbleiche in St. Gallen. (du)

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