Sport | Samstag, 17. April 1999


Kampfnacht in St.Gallen

Andreas Marchetti kickt und boxt um den vakanten EM-Titel der IKBO

Die «Fight night» in der alten Kreuzbleiche St.Gallen bietet Thai- und Kick-Boxern aus der Region eine Startmöglichkeit. Höhepunkt ist der Europameisterschaftskampf des Baslers Andreas Marchetti.

Ralph Weibel

Erstmals findet in St.Gallen eine vom Schweizer Muay Thai Verband (SMTV) anerkannte Kampfsport-Gala statt. Organisiert und durchgeführt wird diese von der Thai Box Arena Rorschach. «Ähnliche Veranstaltungen im Rheintal haben bereits gezeigt, dass durchaus intressiertes Publikum in der Ostschweiz vorhanden ist», sagt Franco Manzan, der die Rorschacher Kampfsportschule führt.

Deutschschweizer Meister

Im Rahmenprogramm werden vor allem Kämpfer aus der Schule von Manzan in den Ring steigen und sich in Amateurkämpfen, der sogenannten C-Klasse, mit Kämpfern aus anderen Schweizer Schulen messen. Geplant ist zudem ein Frauenkampf mit der Baslerin Catherine Vittet, die sich mit einer Französin schlägt.Manzans Schule brachte in ihrem erst zweijährigen Bestehen bereits drei Deutschschweizer Meister hervor. Von ihnen werden Michael Vogt - gegen Michael Kleinschmit vom Wing Thai Gym Buchs -und Daniel Golic - gegen Hassan Kuzueular vom Power Sport Basel - mit Heimvorteil kämpfen.

Europameister Sutter

Neben den Amateur Thai-Box-Kämpfen kommt es in der Alten Kreuzbleiche zu zwei Profi-Kickbox-Kämpfen. In der Kategorie bis 68 kg werden sich der Europameister 1998/99 der ISKA, der Schweizer Christoff Sutter vom Kick Box Gym Solothurn, und der Deutsche Albert Zimmermann gegenüberstehen.Im Hauptkampf des Abends geht es um den vakanten Europameister-Titel (-70 kg) der IKBO. Um diesen werden sich der Deutsche Achim Häuser und der Basler Andreas Marchetti streiten. Der Kampf ist auf zehn Runden à zwei Minuten angesetzt. Da es sich um einen Titelkampf handelt, sind, einzig in dieser Auseinandersetzung, Kniestösse zum Kopf des Gegners erlaubt. Marchetti wird erst heute aus Basel zum Kampf anreisen.

Im Judo-Nationalkader

Seit acht Jahren kickt und boxt Andreas Marchetti im Ring. «Davor habe ich Judo und nur zum Ausgleich Kickboxen gemacht. Doch mit der Zeit hat sich der Anteil der Trainings verlagert, vom Judo zum Kickboxen», sagt der 27jährige. Für ihn ist es nicht der erste Titelkampf. Im vergangenen Dezember musste er sich in Basel aber geschlagen geben. Dementsprechend wichtig wäre für den Schweizer ein Sieg, damit er in seiner Karriere einen Schritt nach vorne machen könnte.Erfolg hatte Marchetti bereits als Judo-Kämpfer. Vor zehn Jahren war er die Nummer eins in der Schweiz und Mitglied des Nationalkaders. «Meine Judo-Karriere habe ich nur schweren Herzens aufgegeben, aber nach 16 Jahren hat mich etwas Neues gereizt.

Erster Prüfstein

Die Veranstaltung in St.Gallen ist für Franco Manzan auch ein bisschen ein Versuchsballon. In Oberriet kamen vor ein paar Wochen zu einer ähnlichen Veranstaltung rund 600 Besucher. «Wir hoffen, dass wir auch in St.Gallen auf Interesse stossen werden», sagt Manzan. Ist dieses vorhanden, könnte er sich vorstellen, vielleicht schon im nächsten Jahr einen Bodensee-Cup zu organisieren. Doch zuvor ist noch eine Veranstaltung im Dezember in Gossau geplant.
 

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