Sport |Dienstag, 23. März 2004

Premiere gelungen

Die Ladies-League-Kämpferinnen
überzeugen an der Thaibox-Gala

kampfsport. Der Start zur Ladies League ist gelungen. An der Fight Night in der alten Kreuzbleichehalle zeigten die Thaiboxerinnen Kämpfe auf hohem Niveau.

sabrina dünnenberger

Es lag einiges in der Luft, am späten Samstagabend in der alten Kreuzbleichehalle. Da war der Duft asiatischer Gewürze, der sich mit dem Geruch von Schweiss vermischte und je länger desto stickiger wurde. Das Geräusch aufeinander prallender Knochen, mal laut, mal leise, untermalt mit thailändischer Musik, die man, je später der Abend, nur noch beiläufig wahrnahm. Da war die Konzentration der Kämpfer im Ring, abzulesen in den Augen, welche den Gegner fixierten, unablässig, manchmal gar starrend. Die Mimik der Thaiboxer, hämisches Grinsen, herausforderndes Lachen oder fast keine Regung der Gesichtsmuskeln. Es war alles dabei, was die ordentliche Anzahl Zuschauer an der Fight Night erwarteten: Atmosphäre, Show und Akteure, die bis an ihr Limit gingen.

Ausgeglichen

Das Limit war vor allem im letzten Kampf beim Gegner von Super-League-Kämpfer Thomas Hladky schnell erreicht. Aszales Zoltan - immerhin ungarischer Meister - ging in der zweiten Runde k. o. und so war der Profikampf drei Runden früher zu Ende, als dies dem Publikum gefallen hätte. Obwohl von Betreuern und Zuschauern aufgefordert, weiter zu kämpfen, gab sich Zoltan besiegt - im Wissen seiner Unterlegenheit. Von neun Kämpfen waren es nur deren zwei, welche nicht über die volle Anzahl Runden dauerten, die Nummerngirls und -boys hatten einige Male das steile Treppchen zum Ring in Angriff zu nehmen. Der Vergleich zwischen dem in Rorschach trainierenden Sok Kosol und Gerry Weber hatte der Ringrichter vorzeitig abgebrochen. Den Veranstaltern kann damit ein glückliches Händchen in der Auswahl der Kämpferinnen und Kämpfer attestiert werden. Dies gilt vor allem für die Frauenkämpfe. Erstmals traten in der Ladies League Kämpferinnen gegeneinander an. «Dass diese Kämpfe gleich so spannend verlaufen werden, war zum Voraus nicht mit Sicherheit zu sagen», sagt Rohy Batliwala, gemeinsam mit Gianfranco Manzan Veranstalter der Fight Night. Mit der Ladies League soll Gleiches erreicht werden, wie mit der Super League: Der Name steht für hoch stehende Kämpfe, nur wer sich mit guten Leistungen empfiehlt, kämpft.

Sieg für Flury

Der Ringspeaker gab meist eindeutige Siege bekannt. Dennoch war keine Kämpferin so überlegen, dass der Erfolg nicht hätte hart erkämpft werden müssen. Jede Thaiboxerin zollte Tribut, sei es mit blauen Oberschenkeln, schmerzenden Schienbeinen oder geschwollenen Fussknöcheln. Letzteres machte der Lokalmatadorin Carole Flury nach dem Sieg gegen die Ungarin Patra Buchberger das Laufen schwer. «Wenn mir nicht noch das mit dem Knöchel passiert wäre, hätte ich vergleichsweise wenig Schaden genommen», sagte Carole Flury hinterher. Zum Fototermin und Fernsehinterview ging es nur humpelnd, gestützt von ihrem Trainer Rohy Batliwala. Dort erwartete sie auch die anderen Thaiboxerinnen und -boxer. Und dort lachten sie wieder - keine starrenden Blicke mehr, die Spannung war der Freude gewichen. In wenigen Wochen werden sie erneut antreten, bei thailädischer Musik werden sie wieder die Knochen aneinander prallen lassen.

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